„DIE FAULHEIT ALS TATSÄCHLICHE WAHRHEIT DES MENSCHEN“
(2012)

In Malewichs Nachlass wurde ein Manuskript von 1921 gefunden mit dem provozierenden Titel „Die Faulheit als tatsächliche Wahrheit des Menschen“, das eine gesellschaftlich- soziale Frage
behandelt, die zwischen den Frühsozialisten, Kommunisten und libertären Denkern seiner Zeit umstritten war. Es geht darin um das Verhältnis von Arbeit und Einkommen, mit dem sich u.a. schon Karl Marx („Wer nicht arbeitet braucht auch nicht zu essen“) und sein Schwiegersohn Paul Lafargue („Das Recht auf Faulheit“ von 1883) kontrovers auseinander setzten.
Malevich bezieht Stellung im Sinne einer radikal libertären Position, die sich für ein Menschenrecht auf Einkommen ausspricht und den Sinn des Menschseins nicht in der lohnabhängigen Arbeit sieht, sondern provokativ im Nichtstun. Auch hier wird die zentrale Idee des „Nichts“ in Malevichs Werk wieder
deutlich. Der Text von Malevich wird auf einem Videotape von einer männlichen Stimme mit russischem Akzent vorgetragen, der TV-Monitor bleibt schwarz, er zeigt kein Bild und ist bedeckt mit einem weißen Rahmen.

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