ZUM BEDENKEN

Datierung
2001

„ZUM BEDENKEN“ Installation einer Gedenktafel anlässlich Hitlers angeblichem Tod durch Ertrinken 1926 an einer Brücke in Heilbronn (2001)

Weiße Texttafel ist am Geländer einer Brücke über einem Gewässer befestigt.
Zeitungsausschnitt über die Kunstaktion „ZUM BEDENKEN“ auf einer Heilbronner Neckarbrücke.
Text des Zeitungsausschnitts

Mit einer spontanen Kunstaktion hat der aus Heilbronn stammende Künstler Andreas Mayer-Brennenstuhl auf den Aufmarsch der Neo-Nazis am Samstag in Heilbronn geantwortet. Eine improvisierte Hinweistafel am Geländer der Neckarbrücke beim Insel-Hotel irritierte Passanten und ließ wohl den einen oder anderen an seinen Geschichtskenntnissen zweifeln. Auf der Tafel war die Behauptung zu lesen, dass an dieser Stelle am 15. Mai 1926 der 37-jährige Gelegenheitsarbeiter Adolf Hitler aus Braunau in Oberösterreich zu Tode gekommen sein soll. Der Text schilderte im weiteren ein Attentat, das von Heilbronner Bürgern erfolgreich auf den damals noch relativ unbekannten Redner der NSDAP verübt wurde. Laut Text wurde Hitlers Konvoi vom Bahnhof kommend auf dem Weg zur Harmonie auf der Brücke gestoppt und Hitler über das Brückengeländer geworfen, worauf er in den Fluten des Neckars ertrunken sein soll. Die geschilderte Anekdote hat indes historische Wurzeln. Tatsächlich hat das Attentat, übrigens eines der ersten auf Hitler, in der geschilderten Weise an diesem Ort und zu diesem Datum stattgefunden – allerdings jedoch mit anderem Ausgang: Hitler selbst hatte einen anderen Weg zur Stadthalle gewählt. Bei dem Mann, den die antifaschistischen Widerständler über das Brückengeländer werfen wollten, handelte es sich um eine Verwechslung, worauf man ihn verschonte. Diese seltsame Begebenheit ist in der Heilbronner Stadtgeschichte aufgezeichnet. (mth)