
Text der Ausstellungseinladung
„KÜNSTLER ARBEITEN UMSONST“
Ausstellung und Künstlergespräch von und mit Andreas Mayer-Brennenstuhl.
Eröffnung: Freitag, 11. Mai 2018, 19:00 Uhr.
Künstlergespräch: Donnerstag, 17. Mai 2018, 19:00 Uhr.
Dass hauptberufliche KünstlerInnen prekär leben ist ein offenes Geheimnis. Die Meinung, dass Menschen, die das Privileg haben künstlerisch tätig zu sein, für ihre Tätigkeit auch noch bezahlt werden wollen eine Unverschämtheit sei, ist weit verbreitet. Aber ist die Forderung nach Ausstellungs-Honoraren und öffentlichen Kunstförderung wirklich unangemessen? Oder ergibt sie sich nicht logisch aus der Tatsache, dass die Gegenwartskunst immer weniger „werkorientiert“ ist und die aktuelle künstlerische Praxis sich damit immer mehr der Waren-Logik entzieht?
Andreas Mayer-Brennenstuhl geht in seinem installativen Diskussionsbeitrag noch einen Schritt weiter und rückt die Notwendigkeit der allgemeinen Trennung von Arbeit und Einkommen – nicht nur für KünstlerInnen- in den Fokus seiner Reflexionen.
Kunstakademie Esslingen
Fritz-Müller-Str. 1
73730 Esslingen
Kunstakademie Esslingen
Ein Ort, an dem junge Menschen sich überlegen, ob sie professionelle KünstlerInnen werden wollen ist prädestiniert, die Frage nach der prekären Künstler-Existenz zu stellen. Der Titel der Ausstellung war jedoch bewusst mehrdeutig und provokativ gewählt: In welchem Sinn arbeiten Künstlerinnen umsonst? Im Sinne der prinzipiellen“Vergeblichkeit“ ihres Tuns, d.h. der Zweckfreiheit der Kunst oder im Sinne der prekären finanzellen Lage der meisten KünstlerInnen. Anhand einer Auswahl von Objekten aus seinem Gesamt-Werk und in Gesprächs-Seminaren hat Andreas Mayer-Brennenstuhl dieser Frage jedoch eine weitere Dimension verliehen, indem er die prinzipielle Frage nach dem Zusammenhang zwischen Arbeit und Einkommen thematisierte. Die Frage lautet also, ob Arbeit überhaupt bezahlt werden kann oder nicht prinzipiell „umsonst“, d.h aus Freiwilligkeit und Interesse an der Sache geleistet werden sollte und ob im Umkehrschluss das lebensnotwendige Einkommen „bedingungslos“ gewährt werden sollte im Sinne eines Bedingungslosen Grundeinkommens für ALLE Menschen.

