
Text des Zeitungsausschnitts
Bombenalarm in der Nationalgalerie
Berlin(eg): Ein Zwischenfall in der Nationalgalerie sorgte in der Sylvesternacht kurz vor dem Jahrtausendwechsel für Aufregung bei der Berliner Polizei. Die Galerie im Mies-van-der-Rohe-Gebäude hatte anläßlich der Feierlichkeiten zum Jahrtausendwechsel die ganze Nacht für Besucher der Ausstellung "Geist und Materie – ein Jahrhundert Kunst in Deutschland" geöffnet.
Gegen 23 Uhr bemerkte ein Angestellter ein seltsames Objekt im Foyer, das er für einen Sprengsatz hielt. In einer Kiste, die auf einem Handwagen montiert war, befand sich eine Autobatterie, die mit einem schwarzen Kästchen verkabelt war. Die Galerieleitung benachrichtigte die Sondereinsatztruppe der Polizei und leitete die sofortige Räumung des Gebäudes ein. Bis zum Eintreffen des Entschärfungs-Kommandos meldete sich jedoch der Besitzer des ominösen Objektes und klärte den Sachverhalt auf. Was die Museumsleitung für einen Sprengsatz gehalten hatte, entpuppte sich als ein Kunstwerk, die "Bombe" als Dia-Projektor.
Der Besitzer des Objektes, ein Künstler aus Süddeutschland, war mit dem verdächtigen Wagen in der Sylvesternacht in Berlin unterwegs, um einen Kommentar zum Jahrtausendwechsel im öffentlichen Raum zu projizieren, unter anderem in der Nationalgalerie. Nachdem sich die Sachlage geklärt hatte, konnten die Besucher weiterhin die Ausstellung besichtigen.
„DER JAHRTAUSENDWECHSEL FINDET NICHT STATT“ Dia-Projektionen im öffentlichen Raum an zahlreichen Orten der BRD, unter anderem in die Nationalgalereie Berlin. (2000)
Dieser Text auf einem Dia-Positiv wurde von AMB kurz vor dem Jahrtausendwechsel-Ereignis an zahlreiche Personen verschickt mit der Aufforderung, ihn in der Sylvesternacht kurz vor 24 Uhr in den öffentlichen Raum zu projezieren. Tatsächlich wurde diese Aktion an vielen Orten in der Bundesrepublik realisiert.
Der Künstler selbst war in dieser Nacht mit einer mobilen Projektionseinrichtung im Zentrum Berlins unterwegs und projezierte dort den Text u.a. auf eine große Wand durch die Glasfront der Nationalgalerie in Berlin , quasi als Beitrag zur dort stattfindenden Ausstellung „Geist und Materie – ein Jahrhundert Kunst in Deutschland“ .
Während einer kurzen Abwesenheit von seinem (abgeschalteten) Projektionsapparat kam es zu einem denkwürdigen Zwischenfall…
Modell Nationalgalerie (Alu, Acrylglas, Transportwagen, Hozkiste, Dia-Projektor, Autobatterie)



Text der Projektion
DER JAHRTAUSENDWECHSEL FINDET NICHT STATT.
(WEGEN DES DURCHSCHLAGENDEN ERFOLGES WIRD DAS 20. JAHRHUNDERT WIEDERHOLT.)