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Prekär Wohnen

Low budget Modell -Architektur
Beitrag zu "Break on through" Kunstverein Neuhausen 2005

 
     
 
     
Ab dem Jahr 2005 werden die Jahrgänge der sog. 68-er Generation ins Rentenalter kommen. Die zunehmende Altersarmut, die fortschreitende Entsolidarisierung der Gesellschaft und die Abschaffung der sozialen Sicherungssysteme wird diese Senioren-Generation in voller Härte treffen. Betreutes Senioren-Wohnen wird für die APO-Opas eine unerfüllbare Utopie sein.

Die hier gezeigte Pavillon-Architektur ist ein Lösungs-Vorschlag für die prekäre Wohn- und Lebenssituation der ärmsten Teile der Bevölkerung. Der hier gezeigte Prototyp zum Selbstbauen aus Abfallmaterialien der Rest-Wohlstandsgesellschaft ist mit nur 10 Euro Baukosten pro qm unschlagbar günstig! Im Inneren des Pavillons wird ein Stadtmodell präsentiert, hergestellt aus Medikamenten-Verpackungen, es zeigt mögliche Gebäude-Nutzungsformen in den Innenstädten der Zukunft am Beispiel Neuhausens. Darin spiegelt sich die Ausdifferenzierung einer "Senioren-Klassen-Gesellschaft" mit einer enormen Bandbreite zwischen wohlhabenden und verarmten Bevölkerungsschichten. Die zunehmende Verarmung in Teilen der Gesellschaft und die augenfällige Entleerung der Innenstädte von historischen Funktionen sind Ausgangspunkte dieser kritischen Vision eines zukünftigen städtebaulichen Nutzungskonzeptes. Neue Wohnformen wie "Senioren-WGs" greifen dabei auf Modelle der Alternativ-Bewegung der 60/70er-Jahre zurück. Diese inovativen Lebensformen werden jedoch unter den prekären gesellschaftlichen Bedingungen von einstigen Utopien zu puren Überlebensnotwendigkeiten.

Im hinteren Raum wird Info-Material und ein Großphoto aus dem Projekt "a.r.m. all recycelt material" der Künstlerin Barbara Caveng präsentiert. Sie gestaltet individuelle Möbel aus Abfall-Materialien für Betroffene der fortschreitenden Verarmung und setzt sich in Ihrer Arbeit mit mit den Wechselwirkungen zwischen Armut und Ästhetik und deren Auswirkungen auf das private Sein auseinander.