Als Beitrag zur Ausstellung: „nochnichtmehr
- Handeln im unmarkierten Raum“ wurde von Andreas Mayer-Brennenstuhl
eine Installation realisiert, bei der aus Trümmerteilen
des Brandenburger Tores eine fragile Raumsituation entstand.
Die Trümmerteile durchbrechen die Glasfassade der Böll-Stiftung
und markieren eine Spur quer durch das Gebäude , eine Atmosphäre
des Provisorischen und Instabilen erzeugend. Eingearbeitete
Text-, Bild- und Video-Elemente verweisen auf ein thematisches
Feld, das mit Begriffen wie Phasen-Übergang / Instabilität
/ Systemkollaps beschrieben werden kann.
Schwarz-rote Transparente sind mit Parolen beschriftet, die
Fachbegriffe aus systemtheoretischen Wissenschafts-Diskursen
aufgreifen, daneben stehen Begriffe, die sowohl auf gesellschaftspolitische
als auch auf kunstimmanente Zusammenhänge verweisen. Die
Parolen bleiben in ihren Formulierungen jedoch uneindeutig und
sind in ihrer Herkunft und Bedeutung nicht exakt verortbar.
DieTransparente erscheinen darüber hinaus als Bestandteil
von Photo-Montagen, die in Leucht-Displays gezeigt werden. Das
Ausgangsmaterial der Photo-Montagen sind Bilder der DDR-Demonstrationen
von 1989, in denen die falschen Parolen subtil eingefügt
wurden.
Die Architektur bildet in ihrem Inneren ineinander verschachtelte
Räume, die mit weiteren inhaltlichen Elementen bespielt
werden. So gibt es beispielsweise einen Raum in dem der Künstler
nach vorheriger Vereinbarung mit interessierten Besuchern “Gespräche
am Elektro-Feuer“ führt. Diese Gespräche werden
auf Video dokumentiert, archiviert und anschließend wieder
am „Elektro-Feuer“ gezeigt.
In einem anderen Raum ist eine Video-Projektion zu sehen, die
im Rahmen eines partizipatorischen Kunstprojektes mit jugendlichen
Arbeitslosen gedreht wurde. Das Video zeigt Gangs im „near-future-Outfit“
die sich in den Trümmern des Brandenburger Tores eingerichtet
haben und das Wieder-Entfernen des „Eisernen Kreuzes“
aus der Quadriga organisieren. |