Der Begriff „kärchern“ wurde
von N.Sarkoszy nach den Unruhen in Pariser Vororten verwendet,
um eine repressive Polizei-Strategie zur Kontrolle sozialer
Randgruppen zu etablieren. Ursprünglich bezeichnete der
Begriff das Reinigen mit einem Dampfdruck-Gerät der Marke
„Kärcher“. Die deutsche Herstellerfirma hat
sich gegen die missbräuchliche Verwendung des Begriffes
erst gewehrt, nachdem eine kritische Öffentlichkeit sie
darauf aufmerksam machte. Bei Recherchen auf der Internet-Seite
der Firma Kärcher (www.karcher.de) stößt man
jedoch auf ein Spiel, dem ebenfalls menschenverachtende Intentionen
zugrunde liegen. So heißt es in der Spielanleitung:“
Steuern Sie den Kärcher RoboCleaner und befreien Sie das
Labyrint von den Fußabdrücken der herumlaufenden
Menschen“. Überfährt man einen Menschen, erscheint
der Text: „LIVE LOST GET READY!“
Mit diesem Text spielt die geplante (und aus rechtlichen Gründen
nicht realisierte) Arbeit. Geplant war, in einer shopping-mall
martialisch bekleidete „Spielleiter“ auftreten zu
lassen, die das Spiel dem Publikum nahe bringen, parallel dazu
werden Satelliten- Aufnahmen einer Großstadt gezeigt,
bei denen auf soziale Brennpunkte gezoomt wird.
Aus urheberrechtlichen Gründen (Verwendung der Internetseite
der Firma Kärcher) konnte die Realisation bisher nicht
erfolgen, eine „zensierte“ Version wurde jedoch
bei der Ausstellung „Unrealisierte Projekte“ im
Württembergischen Kunstverein vorgestellt und diskutiert. |